Roberto Foolie

... eine Fortsetzungsgeschichte ...

Langsam und aufrechten Hauptes schlenderte er durch die Straße Die Knie schlottern noch.
Wieder einmal hatte eine Abfuhr bekommen - von der von ihm Auserkorenen - aber sein Selbstbewusstsein war unerschütterlich. „Das nächste Mal klappt es bestimmt“, dachte er.
"Hallo! Roberto Foolie?" tönt es von der anderen Straßenseite. Eine weibliche, sehr angenehme Stimme. Irgendwie kam ihm diese Stimme bekannt vor. Er kramte in seinen Speichern, aber er fand keine Entsprechung.
Erst jetzt blickt er hinüber zu der Frau.
<Suzanna Kamala>, dachte er. Das könnte Suzanna Kamala sein, die er in der Schule bereits ohne Erfolg angebetet hatte, doch sie hatte nur Augen für diesen Lackaffen Carlos Don Petro. Dieser Latinomacho, der jedes Mädchen in der Schule haben konnte und auch immer damit prahlte, wie viele Mädchen er denn nicht schon flach gelegt hatte.
"Hallo, Roberto Foolie, erkennst du mich denn nicht mehr?"
Natürlich erkannte er sie, sie war zwar älter geworden, klar 25 Jahre gehen an niemand spurlos vorüber, aber sie war doch eine sehr attraktive Frau geworden.
"Hallo Suzanna" antwortete er, "warte mal, ich komme rüber zu dir".
"Du bist Suzanna Kamala oder?" er versuchte möglichst männlich tief zu sprechen und seine Aufregung zu verbergen.
Dabei sprang sein Herz Kapriolen, und in seinem Bauch begann es zu Rumoren. Fast augenblicklich kam die Verliebtheit aus der Jugendzeit zurück. Er glaubte, dass der Boden unter den Füßen nachgab. „Nur nichts Anmerken lassen. Ich muss alles richtig machen.“, dachte er, so wie in diesen Flirtbüchern beschrieben wird, die er in großer Menge gelesen hatte. Du musst dominant und männlich, selbstbewusst auftreten, ermahnt er sich.
"Ja, früher habe ich Kamala geheißen, aber jetzt heiße ich Don Petro, du erinnerst dich sicher an Carlos, oder? Sag, geht es dir nicht gut, du wirkst so zerstreut und fahrig, so als wärst du nicht du selbst."

Er schluckte kurz. „Jetzt ist schon wieder alles schief gelaufen, sie hat es gemerkt.“, dachte er, „Dann ist ja alles egal.“. Er vergaß auf Alles, was er gelesen hatte.
"Weißt du, die Hitze macht mir zu schaffen. Außerdem, ich war so überrascht, dich wieder zu sehen. Wenn ich eine schöne Frau sehe, werde ich immer so nervös und bin dann ganz aus dem Häuschen weil ich glaube, ich muss ihr jetzt ganz besonders gefallen."
"Jetzt erkenne ich dich wieder, du bist noch der nette liebenswerter, sensible Mann, den ich schon in der Schule bewundert habe. Mir hat deine Intelligenz sehr gut gefallen, aber ich war immer sehr wütend, wenn dir die anderen Jungs immer so übel mitgespielt haben, besonders meinem Carlos hätte damals ich eine reinhauen können. Der hat immer so machohaft getan, als ob er jedes Mädchen haben könnte, dabei waren die meisten Mädchen gar nicht so angetan von ihm. Der war so ein Angeber und war so was von unsicher, erst viel später, als wir uns nach Jahren wieder getroffen hatten, war er wirklich anziehend, weil er viel natürlicher gewirkt hat." Er hörte gespannt auf ihre Worte und konnte es kaum glauben. "Du warst damals für viele Mädchen interessant, aber du hast ja immer so cool und unnahbar gewirkt, sodass sich Keine dir nähern getraut hatte. Schönen Dank für dein Komplement, aber das kann ich nur zurückgeben, du siehst sehr jugendlich und vital aus, hast auch anscheinend einige Kilos abgenommen. Wie geht es dir den jetzt so, du bist sicher verheiratet, oder in fixen Händen, weil um so eine einfühlsamen intelligenten Mann reißen sich die Frauen, das ist für die meisten Frauen der Mann fürs Leben“.

Während Roberto noch kurz nachdachte, was er denn so erzählen sollte, sagte Suzanna plötzlich „Ich habe eine Idee, Carlos und ich, wir wohnen ganz in der Nähe. Nur zwei Strassen von hier. Möchtest du mitkommen und wir reden bei einem Tässchen Kaffee über die alten Zeiten und über unser jetziges Leben.“

Jetzt geriet Roberto gänzlich aus der Fassung. Die Knie gaben deutlich nach und in seinem Bauch entstand ein Krampf.

Er begann am ganzen Körper zu zittern und konnte nur schwer einen Gedanken fassen.

Leise und wie in Trance sagte er: “Ok, gut ich kommen mit.“

Er war sich über die Tragweite dieser Entscheidung gar nicht bewusst, doch er konnte auch keine klaren Gedanken fassen. Ganz kurz huschte ein Blitz durch seine Ganglien, <Was will sie von mir?>. Von Bildern und Emotionen überflutet folgte er Suzanna. Er war wie in Hypnose. Sehr schnell war das Wohnhaus erreicht, wo sie wohnten, und Suzanna sperrte auf. “Ach, fast hätte ich es vergessen, aber Carlos ist zu Hause.Weißt du er verändert sich gerade beruflich und ist jetzt auch tagsüber da.“

<Was?> dachte er .Was mach ich jetzt bloß. Wenn ich das vorher gewusst hätte, wäre ich nicht mitgekommen. Carlos wieder treffen, diesen Arsch, der ihn nur zum Abschreiben bei Schularbeiten benutzt hatte und sonst immer niedergemacht hat, besonders vor Suzanna. Wie hatte er ihn immer genannt. Er dachte nach. Brillenschlumpfi oder Intellegenzfuzie. Einmal hat er ihn „nutzloses Arschwimmerl“ genannt.

Sein Lieblingssatz war „Schleich dich du Wurstpellenlutscher“…….

Und jetzt soll er mit diesem Aas zusammensetzen und über die letzten 25 Jahre reden.

<Lieber Gott, bitte schicke mir schnell eine schlüssige Ausrede, damit ich flüchte kann> schoss es durch seinen Kopf. Doch es war zu spät. Suzanna öffnete die Wohnungstür und rief: „Carlos….. bist du da, wir haben Besuch. Stell dir vor, wen ich auf der Straße getroffen habe…….Roberto Foolie.“ Kein Antwort, dann drehte sie sich um, und sagte mit mit leise Stimme „Ich glaub, der macht gerade ein Nickerchen, wir müssen leise sein, sonst wecken wir ihn auf, und er ist immer so schlecht gelaunt, wenn man ihn beim erweiterten Mittagsschlaf stört, komm herein… aber bitte leise“.

Roberto fühlte sich überhaupt nicht wohl, denn er wusste ja von früher, wie aggressiv dieser Carlos sein konnte, das hatte sich anscheinend nicht geändert.

Was ist denn da los? Kannst du mich nicht in Ruhe meinen Rausch ausschlafen lassen, du weißt doch, dass ich es nicht leiden kann, wenn man mich beim Mittagsschlaf stört, blöde Kuh. Wie oft soll ich dir denn das noch sagen, oder soll ich es in dich hinein prügeln, Dumpfbacke“ schallte es aus dem hinteren Bereich der Wohnung.“ Und außerdem, wenn hast du denn da schon wieder mitgebracht, wo ich dir doch jeden Kontakt mit anderen verboten habe, und du weißt ganz genau, dass ich es überhaupt nicht leiden kann, wenn da irgendwelche Penner herumlungern.“ Carlos hatte sich lautstark Gehör verschafft, mit seiner tiefen, lauten, lallenden Stimme. Suzanna lächelte verblüffender Weise und gab zurück mit der lieblichsten, unterwürfigsten Stimme, zu der sie fähig war: „Aber Schatzilein, ich habe nur unseren früheren, netten Schulkollegen Roberto Foolie zum Kaffee eingeladen, und wir können ein bisschen über frühere Zeiten quatschen.“ Kurze Stille…..“Ahhh…. ich weiß, el Brillo, der Wurstpellenlutscher. Bring in rein ins Wohnzimmer. Aber schnell, damit ich sehen kann ob der noch immer so dämlich aussieht……..“Carlos war hörbar ruhiger geworden und auch sanfter.

Suzanna sagte ganz leise „Entschuldige Roberto, weißt du, seit Carlos seine Arbeit verloren hat, vor drei Jahren, hat er ein bisschen zum Trinken angefangen, und verhält sich manchmal sehr aggressiv , aber ich verdiene doch genug Geld für uns beide, ich verstehe das nicht…“

Sie gingen in Richtung Wohnzimmer und Roberto wollte jeden Moment davonlaufen.

Als Roberto Carlos sah, traute er seine Augen nicht, er blinzelte kurz mit den Augen und sah genauer hin. Da saß ein Mann im weißen Unterhemd, der mit seinen 40 Jahren aussah, als wäre er mindestens 20 Jahre älter. Er musste gut und gerne 150 Kilos wiegen. Der durchgängige weiße Stoppelbart glänzte im Sonnenlicht, das durch das Wohnzimmerfenster auf die Couch fiel, auf der er kauerte. Er hatte dafür keine Haare mehr und die Zähne, welche man durch sein grinsendes Gesicht sehen konnte, fehlten im auch stellenweise. Sein kugeliger Bauch lag am vor ihm stehenden Couchtisch auf und sah sehr mächtig aus. Das Gesicht sah an den bartfreien Stellen rosa dunkelrot bläulich gefärbt aus und wirkte schwammig aufgedunsen. Er war leicht vorn über gebeugt und die rundlich breiten Schultern hingen irgendwie leicht nach unten.*

Was findet sie bloß an diesem Mann?“, dachte Roberto.

Er hatte ihn noch nicht bemerkt. Noch benommen sieht sich Roberto im Wohnzimmer um. Sein Blick blieb an einem roten Stück Satinstoff hängen, welcher an der dem Fenster gegenüberliegenden Wand moniert war. Etwas Kantiges zeichnete sich darunter ab. Es war nicht genau zu erkennen, aber irgendwie sah es X-förmig aus, und am oberen Rand wo das Tuch befestigt zu sein schien, drückte sich links und rechts etwas Rundes durch.

Umrahmt wurde dieser Blickfang von zwei zweistrahligen Kerzenleuchtern, die an der Wand montiert waren, und dessen Kerzen halb abgebrannt waren.

Eigenartig schoss es ihm durch den Kopf was ist wohl dahinter verborgen, eine Skulptur?

Sonst war der Raum recht schmucklos, nur ein großer Spiegel an der Decke war sehr auffallend.

Je wurde er aus seinen Gedanken gerissen. “He Foolie, du alter Sack, was treibst du dich in unserer Gegend herum“ Carlos erwachte aus seiner Starre.

Jetzt musste Foolie seinen ganzen Mut zusammennehmen, das konnte er sich doch nicht bieten lassen von diesem Obermacker, er war doch nicht mehr der kleine Junge, den man rumschikanieren kann. “Hör mal Carlos, deine Flegeleien kannst du dir sparen, ich bin mit Suzanna mitgekommen, weil sie mich zum Kaffee eingeladen hat und zum Plaudern, und wenn dir das nicht passt, kann ich auch gleich wieder gehen.“

Carlos schien unbeeindruckt, aber er mäßigte seine Ton „Schon gut, du kannst ein bisschen bleiben, ich brauche auch einen Kaffee, ich habe etwas zu tief in die Schnapsflasche geguckt. „ Erholt kurz Luft „ Aber eines sage ich dir, hier bestimme ich wer, und wie lange, jemand hier sein darf. Wenn ich keine Lust mehr hab, schmeiße ich dich einfach raus….und aus“.

Suzanna stand in seiner Nähe und man sah ihr an, dass das Verhalten ihres Mannes ihr peinlich war, aber sie sagte nichts.

So, und du Susl schleichst dich jetzt in die Küche und machst uns etwas Anständiges zu Essen, während wir hier unsere Männergespräche führen.“ Als er ausgesprochen hatte, schlug er mit aller Gewalt auf ihren Hintern. Sie knickte leicht in den Knien ein und bekam einen hochroten Kopf und Roberto schien es, als ob er ein aufblitzen in ihren Augen gesehen hätte, sie war kein bisschen böse, im Gegenteil, es schien ihr zu gefallen, und sagte unterwürfig „Ja Herr, aber bitte nicht vor unserem Gast.“ Dann verschwand sie in der Küche. Was ist hier los? Roberto verstand die Welt nicht mehr. Sie lässt sich alles gefallen von diesem Affen, sie, die intelligente, selbstbewusste Frau.

Weißt du, sie ist eine tolle Frau, sie arbeitet als Chefsekretärin in einer großen Firma, bringt eine Menge Geld nach hause, aber sie weiß, wer ihr Herr und Meister ist.“

Vor ihm stand eine Schnapsflasche, er nahm einen Schluck und sprach weiter „Ich habe bemerkt, wie verliebt du sie angeschaut hast“ sein Blick wurde nun deutlich finsterer, bedrohlicher „und ich möchte dich gleich warnen, du solltest nicht einmal daran denken, irgendetwas falsches zu machen, ich habe eine Pumpgun im Schrank, und wenn du dich meiner Frau näher als 2 Meter näherst, dann verspreche ich dir, puste ich dir das Gehirn raus. Weißt , am Anfang unserer Ehe war da so ein Affe, der geglaubt hatte, er könne mit meiner Frau flirten, sie hat ihn 2 mal im Kaffeehaus getroffen, das hat ihm 2 Wochen Krankenhaus eingebracht und mir 1 Jahr Sing Sing, aber seitdem pariert sie und hat auch noch Spaß daran, wenn du verstehst.“

Roberto wurde es immer unwohler. Kleinlaut sagte er „ich verstehe“. Doch tatsächlich verstand er gar nichts. Die ganze Zeit über hat er nur ruhig zugehört, und er glaubte jeden Moment aus einem bösen Traum zu erwachen.

Inzwischen kam Suzanna mit einem Tablett voller unterschiedlicher Brötchen zurück und stellte sie auf den Couchtisch ab.“ Du darfst dich zu uns setzen , aber am Boden natürlich.“, herrschte er sie an. “Ja Herr“.

Roberto, willst du ein Bier?“ er schien sich beruhigt zu haben. “Ja bitte“.

Carlos griff unter den Tisch und holte zwei Flaschen Bier hervor und stellte sie auf den Tisch. Sie aßen ein paar Brötchen

Suzanna, ich habe dem Roberto gerade erzählt, wie treu ergeben du mir bist, stimmt doch, oder?“ „Ja Herr“ immer wieder dieselbe kurze Antwort.

Roberto war total verwirrt. Eigentlich wollt er so schnell wie möglich wieder gehen und diesen Alptraum beenden.

Carlos´s Gesicht veränderte sich plötzlich, es bekam irgendwie diabolisch Züge. Auch Suzannas Gesicht verändert sich, sie wurde wieder rot im Gesicht und ihre Augen bekamen einen seltsamen Glanz. Ihre Nasenlöcher schien zu vibrieren. Es war ein leichtes Zittern ihres Körpers zu erkennen.

Suzanna, unser Gast möchte jetzt gehen, begleite ihn zur Tür und beeil dich gefälligst mit dem Zurückkommen. Sonst setzt was.“ „Ja Herr“ sie funkelte noch mehr mit den Augen. Danach senkte sie ihren Blick und stand auf.

Die beiden Männer verabschiedenden sich. Roberto und Suzanna gingen zur Wohnungstür.

Es tut mir Leid, Roberto, aber Carlos und ich……..vielleicht sprechen wir ein andermal“, sie gab im die Hand und er spürte irgend etwas viereckiges. „Suzanna, servus… ja vielleicht ein andermal“. Er drehte sich um und ging hinaus. Die Tür viel hinter ihm ins Schloss.

Er war nun fast erleichtert, die Spannung ließ nach, er konnte als Energiearbeiter sehr gut Energien spüren, und die Energien in diesem Raum waren fast zu viel für ihn, er beschloss nach Hause zu gehen und sich von dieser Kraftanstrengung zu erholen, er wollte alle seine Kliententermine absagen und nur schlafen.

Fast hätte er vergessen, dass sich da etwas in seiner Hand befand. Jetzt erst sah er nach.

Nach dem Öffnen der Hand sah er einen feinsäuberlich gefalteten Zettel.

Er sah sich um, ob ihn jemand beobachtete und öffnete ganz langsam das Brieflein.

Drauf stand : < Roberto, ich muss mit dir reden. Es ist ganz wichtig. Bitte ruf mich zwischen 8 und 10 Uhr unter der Nummer 07686875757 an. Es ist sehr dringend! Mein Leben hängt davon ab……….   Suzanna>

Robert

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