~*~ Selbstversorger ~*~

Selbstversorgung mit eigen pflanzlichen und tierischen Produkten


Mit Zweigen und Grasschnitt befüllen wir den Boden unseres Hochbeetes
Ein Hochbeet entsteht

Unser Leben ist geprägt von Abhängigkeiten. Vieles wird uns durch die Gesellschaft, in der wir leben, auf oktroyieren, einiges ist von uns selbst verursacht.

 

Im Bereich Selbstversorgung mit Lebensmittel beispielsweise tritt diese selbst gewählte Abhängigkeit besonders sichtbar zutage. Im Leben unserer Eltern und sicher in dem unserer Großeltern war es noch Gang und Gebe, einen beträchtlichen Teil der benötigten Lebensmittel selbst zu erzeugen.

 

In Kleingärten wurde Obst und Gemüse für den eigenen Bedarf gezogen. Oft waren diese kleinen Parzellen von Fabrikbesitzern den Arbeitern zu Verfügung gestellt. Sie wurden aber auch von Stadtverwaltungen oder Landherren der Bevölkerung gegeben, um der Verarmung entgegen zu wirken. Es gab keine Abhängigkeit von einem Supermarkt (weil es diesen nicht einmal gab) und vor allem konnten sie die Qualität der Lebensmittel (sie verdienten tatsächlich die Bezeichnung Leben-s-Mittel) selbst kontrollieren.

 

Was man nicht selbst produzieren konnte, wurde vom Bauern seines Vertrauens persönlich bezogen. Im vielen Fällen kannte man die Kuh, die die Milch lieferte oder das Huhn, von dem das Frühstücksei kam, persönlich. Klar war nicht alles immer alles eitel Wonne und es gab auch Zeiten, wo man hungerte. Doch abhängig von einer Chemie orientierten Lebensmittelindustrie - eigentlich müsste sie Überlebensmittelindustrie heißen - war man nicht.

Selbstversorgung mit Obst: Marillen
Selbstversorgung mit Obst: Marillen

Es erscheint uns unendlich einfach, in den Supermarkt zu gehen und zu kaufen, was wir brauchen.Was wir dabei übersehen ist, das wir ein Stück unserer Selbstständigkeit dabei aufgeben. Wir müssen kaufen, was gerade da ist und dies zu dem Preis, der gerade festgelegt ist. Hätte plötzlich kein Lebensmittelgroßhandel mehr offen oder wären keinen Waren mehr da, müssten wir nach dem Verbrauch unserer Vorräte hungern, in weiterer Folge sogar verhungern. Wir sind vollkommen abhängig vom Supermarkt.

 

Selbst Gemüse und Obst zu erzeugen (anzubauen) und eigene Tiere halten (z.b. Hasen, Hühner, Ziegen und andere Kleintiere) erfordert zwar einigen Zeitaufwand, doch gewinnt man Sicherheit und Freiheit. In extremen Krisenzeiten (z.b. Arbeitslosigkeit) kann man einfach von dem selbst erwirtschafteten Gütern leben.

Spitzhornschnicken im Biotop - kleine Raspelmaschinen
Spitzhornschnecken

Außerdem trägt man wesentlich zum Erhalten unserer Umwelt und der eigenen Gesundheit bei. Man stopft nicht mehr übers Jahr Kilo weise chemische Substanzen wie Spritz- , Dünge- und Konservierungsmittel in sich hinein ohne es zu wissen. Auch fallen die ganzen teilweise vollkommen absurden Transportwege für die Ware weg – Ernten in Holland, Waschen in Italien, Verkauf im deutschen Sprachraum. Wir können uns von überdüngten Monokulturen distanzieren und tragen so auch zur Wasserqualität bei. Wir müssen keine Spritzmittel verwenden und fördern so das ökologische Gleichgewicht und den Artenschutz. Und dies sind sicherlich noch nicht alle Aspekte.

 

Auf jeden Fall gewinnt man an Autonomie je weniger man kaufen muss und man aus eigener Erzeugung erwirtschaftet, nicht nur im Ernährungsbereich.

Ulrike und Robert